Die Sorgen und Nöte von Eltern sind zentral für den schulischen Erfolg ihrer Kinder. Doch was beschäftigt Eltern von jugendlichen Schüler:innen? Wie blicken sie auf die Schule und auf die Zukunft ihrer Kinder?
Die repräsentative Studie „Eltern im Fokus 2025“ der Körber-Stiftung widmet sich der Frage, unter welchem Druck Eltern mit jugendlichen Kindern in Deutschland stehen, welche Sorgen sie bewegen und wie sie sich selbst sowie ihre Kinder unterstützen – besonders im Spannungsfeld von Alltag, Schule und globalen Krisen. Hierfür wurden zwischen dem 8. und 17. April 2025 1.006 Eltern von 12- bis 18-jährigen Kindern online befragt.
Belastungen im Familienalltag
Die zentrale Erkenntnis ist: 79 Prozent der Eltern empfinden ihren Alltag als belastend, wobei 28 Prozent den Druck sogar als stark einstufen. Mütter fühlen sich dabei häufiger stark beansprucht als Väter. Lediglich ein Fünftel der Eltern beschreibt den Alltag als wenig belastend.
Auffällig ist zudem, dass sich das Stressempfinden kaum verringert, wenn die Kinder älter werden – die Belastung bleibt auf hohem Niveau bestehen. Parallel dazu nehmen über 70 Prozent der Eltern wahr, dass auch ihre Kinder stark unter Druck stehen. Bei älteren Jugendlichen steigt der Anteil deutlicher wahrgenommener Belastung. Töchter werden häufiger als stark belastet eingeschätzt als Söhne.
Sorgenfelder von Eltern
Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf den Hauptsorgen von Eltern: An erster Stelle steht die weltpolitische Sicherheitslage, die mehr als der Hälfte der Eltern große Sorgen bereitet. Hinzu kommen fehlende Zeit für sich selbst oder für die Paarbeziehung sowie finanzielle Unsicherheiten.
Auch die Folgen des Klimawandels werden von einem Viertel der Eltern als bedrohlich wahrgenommen. Besonders markant ist der Medienkonsum der Kinder, der für rund die Hälfte der Eltern ein Anlass zur Sorge darstellt. Viele wünschen sich hier mehr Unterstützung, um ihren Kindern Orientierung beim Umgang mit digitalen Medien geben zu können.
Unterstützung und Rolle der Schule
Die Befragung zeigt außerdem, dass Eltern ihre Kinder in vielen Bildungsfragen aktiv begleiten. Etwa 60 Prozent helfen bei Prüfungsvorbereitung, Hausaufgaben oder Medienkompetenz. Jüngere Eltern unter 40 Jahren engagieren sich dabei besonders intensiv, etwa durch Gespräche über Weiterbildung oder die Auswahl von Beratungsangeboten.
Gleichzeitig sehen die meisten Eltern die Schule in der Pflicht: Drei Viertel erwarten, dass Fachwissen vorrangig im Unterricht vermittelt wird, und knapp die Hälfte wünscht sich zusätzliche individuelle Lernförderung.
Berufsorientierung und Zukunftserwartungen
Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf der beruflichen Zukunft der Kinder. Trotz angespannter weltpolitischer Lage blickt die große Mehrheit der Eltern optimistisch nach vorn: Über 80 Prozent bewerten die Berufsaussichten ihrer Kinder positiv.
Knapp 70 Prozent rechnen damit, dass viele neue Berufsbilder entstehen werden, während ein Viertel vor allem Veränderungen in bestehenden Feldern erwartet. Zwei Drittel der Eltern geben an, ihre Kinder aktiv bei der Studien- oder Berufswahl zu unterstützen.
Defizite bei Zukunftskompetenzen
Deutlich wird jedoch auch eine Unzufriedenheit mit dem Bildungssystem. Rund zwei Drittel der Eltern halten die Schulen für wenig geeignet, um Jugendliche auf globale und gesellschaftliche Herausforderungen vorzubereiten.
Insbesondere die Vermittlung von Kompetenzen in den Bereichen Zukunftsgestaltung, Demokratieverständnis und Umweltbewusstsein wird als unzureichend bewertet. Gleichzeitig betonen viele Eltern die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus, um Kinder gemeinsam auf die Zukunft vorzubereiten.
Der Wunsch nach einer klaren Partnerschaft zwischen Elternhaus und Schule zieht sich wie ein roter Faden durch die Ergebnisse.
